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Die SPD-
Wir teilen die Sorgen des Kämmerers um die städtischen Finanzen, wobei sich bei ihm die Sorgen weniger in offiziellen Erklärungen als in einem bisweilen Bände sprechenden Minenspiel äußern. Unter anderem wegen dieser Sorgen lehnen wir den Haushalt ab -
Das Konzept zweier Rathäuser stößt bei uns und in der Bevölkerung spätestens seit der Entscheidung für den Neubau am Marienplatz und die damit verbundenen, aber leider nicht genutzten Möglichkeiten des Raumprogramms auf Unverständnis. Wir sehen daher weiterhin keinen Anlass, für die Finanzierung zu stimmen.
Das Projekt wurde vor knapp zwei Jahren mit einem Kostenrahmen von 5,5 Millionen Euro auf den Weg gebracht und wird in etwa zwei Jahren mit einem Ergebnis mindestens in der Höhe des Zweifachen, wenn nicht des Dreifachen enden, nachdem schon am Klafferer rund 3,5 Millionen anfallen. Diese Entwicklung hat bereits ihren Niederschlag gefunden im Investitionsprogramm der Stadt, worin z.B. Brückensanierungen, Straßenausbauten und Hochwasserschutzmaßnahmen auf spätere Jahre verschoben oder vorläufig ganz gestrichen wurden.
Während die Stadtratsmehrheit das Konzept von zwei Rathäusern trotz bereits absehbarer Nachteile in der Öffentlichkeit verteidigen muss, wünschen wir uns wenigstens beim Rathausneubau am Marienplatz den Tritt auf die Kostenbremse, den wir beim Rathaus II am Klafferer vermisst haben.
· Mit einem Umzug nach und nicht während der Baufertigstellung hätte man der Stadt Container-
· In einer Nachbarstadt plant man ebenfalls einen Rathausneubau. Dort werden die Maße der Möbel im jetzigen Rathaus dem Architekten zwecks Berücksichtigung bei der Feinplanung mitgeteilt. Bei uns wurden neue Büromöbel angeschafft, weil die bisherigen angeblich nicht zu den Sockelleisten des neuen Amtsgebäudes passen. Welche Familie würde bei einem Umzug die Sockelleisten der neuen Wohnung zum Anlass für die Anschaffung einer komplett neuen Einrichtung nehmen?
· Fensterläden wurden am neuen Amtsgebäude angebracht, auch dort, wo noch nie welche waren und wahrscheinlich nie benutzt werden. Innen stehen Springrollos zur Verfügung, die aber wiederum im Gegensatz zu Vorhängen das unangenehme Hallen in den Büroräumen nicht vermindern.
· Vor dem historischen Portal wurde ein ungeeigneter Briefkasten montiert, an der Portalleibung eine potthässliche Klingelanlage -
Beim neuen Rathaus am Marienplatz und bei der anschließenden Platzgestaltung bietet sich wieder viel Gelegenheit zum Geldausgeben. Wir bitten die anderen Fraktionen und die Verwaltung, dass wir alle uns dann an die von der Bundeskanzlerin gern zitierte schwäbische Hausfrau und weniger an die Devise "Nur der Not keinen Schwung lassen" halten werden.
Richard Lechner